Hirnforschung: Wie werden wir glücklich?

Hirnforschung Glück

Die Wissenschaft kommt dem Geheimnis eines glücklichen Lebens immer besser auf der Spur: Es zählt nicht Reichtum an materiellen Gütern und Tausende Insta-Follower – die Ausgewogenheit in vier Lebensbereichen zählt und hat ihren Ursprung im Kopf, wie die Hirnforschung zeigt.

Geld macht nicht glücklich – keines aber auch nicht. Liebe macht nicht satt und ohne einen vollen Magen denkt es sich schlecht. Ohne das eine ist das andere nichts wert, also gibt es kein Rezept für das eigene Glück? Doch! Das sagt der Psychoanalytiker Hans-Otto Thomashoff. „Die jüngsten Ergebnisse der Hirnforschung sind im wahrsten Sinne des Wortes revolutionär“, so Thomashoff, „sie stellen das in unserer Gesellschaft propagierte Wertesystem auf den Kopf: Nicht Geld, nicht Leistung, nicht Dauerspaß sind die wichtigsten Säulen für ein zufriedenes Leben“. In seinem Buch „Das gelungene Ich“ stellt er die vier Säulen der Hirnforschung vor, die die Grundlagen für ein erfülltes Leben sind.

Beziehungen: Mutti ist die Beste

„An erster Stelle steht die Qualität der von uns gelebten Beziehungen“, erklärt Thomashoff. Im ersten Teil des Buches erläutert der Psychiater eingehend, wie die enge Bindung zur Mutter schon im Bauch und in den ersten Lebenstagen maßgeblich mitbestimmen, wie wir uns als Erwachsene auf andere Menschen einlassen. Spiegelneuronen, Oxytocin und die limbische Resonanz sind nur einige der Zutaten, die in unserer Kindheit den Cocktail für unser späteres Beziehungsleben bilden. Im zweiten Teil des Buches wendet Thomashoff die Ergebnisse der Hirnforschung praktisch an und zeigt, wieso wir in Beziehungen streiten müssen, wann die Trennung die beste Wahl ist und wie die Zauberformel für die ewige Liebe aussehen könnte.

Bewirken: Ich habe es in der Hand

„Dort, wo wir die Aussicht darauf haben, selbst etwas zu schaffen, wird das Belohnungssystem in unserem Gehirn angeworfen“, so Thomashoff. In Hoffnung auf Erfolg, stößt unser Körper Dopamin aus. Das treibt uns an und motiviert uns zu Höchstleistungen. Sind wir erfolgreich, baut der Körper es als Morphium ab, was uns zufrieden und äußerst glücklich macht. Versagen wir, sendet der Körper Stresshormone. Sind wir in eine Handlung vertieft, die unsere absolute Aufmerksamkeit benötigt und auch Spaß bringt, befinden wir uns im Flow. Thomashoff rät für ein glückliches Dasein dazu, die „Eroberung des eigenen Lebens“ anzuführen. Projekte antreiben, Ideen umsetzen und selbst aktiv werden – ein Teil der Glücksformel.

Stressausgleich: Guter Stress lass nicht nach

Stresshormone machen uns nicht immer übellaunig. Zunächst einmal bewirken sie, dass wir noch mehr Motivation zeigen, um unser Ziel zu erreichen. Stress kann also auch ein Antreiber sein und ist in dieser Phase positiv. Erst ein überhandnehmender Stress und Dauerstress führen zu körperlichen und geistigen Ausfallerscheinungen und Erkrankungen. Um ein glückliches Leben führen zu können, ist es also insbesondere in der von Dauerstress geplagten Gesellschaft eine wichtige Aufgabe, akuten Stress auszugleichen. Das geschieht beispielsweise durch das Bindungshormon Oxytocin, „deshalb sind gute Beziehungen das beste Mittel gegen übermäßigen Stress“, so Thomashoff, „statt in unserer Lebensplanung Getriebener zu sein, verführt von der bunten Werbemaschinerie, verängstigt angesichts eines denkbaren Zusammenbruchs der Rentenkassen, sollten wir – so weit wie möglich – unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen.“

 Ratgeber Hirnforschung

Stimmigkeit: Das macht alles Sinn

Die vierte Säule für ein erfülltes Leben ist die Sinnhaftigkeit unseres Tuns und Kohärenz. Haben wir Erfolg, zeigt er an, dass unsere Wahrnehmung und die Realität übereinstimmen. „Wenn wir uns ein Ziel setzen und dieses schließlich erreichen, erkennt unser Gehirn die Übereinstimmung und belohnt uns für die Kohärenz“, so Thomashoff, „aus diesem Grund sollten wir selbst die vielen banalen Verrichtungen unseres Alltags an Ziele knüpfen und uns anschließend kleine Belohnungen in Aussicht stellen“. Fühlen wir uns in unserer Umgebung wohl, erfahren wir Anerkennung und haben wir Menschen um uns, die Erlebnisse und Gefühle mit uns teilen, ergibt alles Sinn.

Mehr spannende Einsichten in die aktuelle Hirnforschung und Empfehlungen des Psychoanalytikers gibt es hier

Hans-Otto Thomashoff: Das gelungene Ich. Die vier Säulen der Hirnforschung für ein erfülltes Leben.
Ariston Verlag, München 2017.
272 Seiten,19,99 Euro.
ISBN: 978-3-424-20161-1

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