Zurück ins Leben: Wie trauern wir richtig?

wie trauern

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, zerbricht eine Welt. Der Schmerz ist so groß, der Verlust so frisch: Es nicht denkbar, dass wir jemals wieder lächeln könnten. Trotzdem man atmet weiter und auch die Welt dreht sich weiter. Aber wie trauern wir richtig? Wie finden wir in ein glückliches Leben zurück?

Christina Rasmussen ist Mitte 30 und hat zwei kleine Kinder, als ihr Mann an Dickdarmkrebs stirbt. Sie begleitet ihn bis in den Tod. Trotz des Wissens, dass der Moment kommen wird, an dem er sie verlässt, war der Schock dann doch groß. „Ich vermisste meinen Mann schon in den ersten wenigen Sekunden, die ich ohne ihn war“, erinnert sie sich. „Der Verlust war wie ein Tsunami, der mich von innen traf – meinen Verstand, mein Herz, meine Arme, meine Beine – und mein tiefstes Wissen darüber fortspülte, wie sich das Leben anfühlen soll. Die frisch promovierte Psychologin steht nun am Anfang eines neuen Lebens, für ihre Kinder muss sie stark sein. Doch sie droht in ihrer Trauer stecken zu bleiben, den Verlust immer wieder neu zu durchleben. Aber sie schafft es ins Leben zurück. Ihr Wissen und ihre Erfahrung als Psychologin helfen ihr dabei.

Trauerarbeit: Die Löschtaste im Gehirn finden

Aber wie trauern wir richtig? Christina Rasmussen hat einen Weg gefunden. Sie nutzt die Kraft des Gehirns. Es ist nämlich so: Unser Gehirn hat die Fähigkeit sich neu zu vernetzen. Ein Beispiel: Wer negative Gedanken wie „Ich bin dick und werde es immer sein“ zulässt, der wird auch tatsächlich dick bleiben. Dieser Gedanke lässt uns immer wieder zu Süßigkeiten greifen – wir können sowieso nichts gegen das Übergewicht tun. Vermeiden wir solche Gedanken aktiv und ersetzen sie durch positive Gedanken („Ich kann abnehmen und brauche keine Schokolade zum Glücklichsein“), dann werden wir bald keine Süßigkeiten mehr brauchen. Wir denken gar nicht daran, unser Gehirn hat sich neu vernetzt. Was bei ungesunden Angewohnheiten funktioniert, hilft auch bei der Trauerarbeit.

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Wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere

Die Fähigkeit der Neuvernetzung können sich Trauernde zu nütze machen, weiß Christina Rasmussen. Während der Trauerphase herrscht in unserem Kopf nur noch Angst. Angst vor dem Alleinsein. Angst vor einem neuen Verlust. Die muss durch positive Veränderungen ersetzt werden. Wie trauern wir also richtig? Nicht in der Vergangenheit verharren! „Solange die Geschichte unserer Trauer lebt, suchen wir überall nach Anerkennung dafür, anstatt uns auf die Gestaltung unserer Zukunft zu konzentrieren“, weiß Christina Rasmussen. So erzählten Trauernde jeder neuen Bekanntschaft von ihrem Verlust. „Unsere Identität knüpft sich an die Gedanken, die sich aufgrund der Trauer in unserem Verstand gebildet haben“. Damit muss Schluss ein.

Wie trauern wir richtig?: Das Neustarter-Übungsprogramm

Christina Rasmussen begriff, dass sie ihr Leben von nun an umstellen musste. Sie würde nie wieder dieselbe sein, so die Psychologin, das erkannte sie schnell. Also fing sie ihr neues Leben an, den Lebensabschnitt nach der Trauer. Sie kündigte ihren Job und gründete die Organisation „Second firsts“, mit der sie unter anderem Menschen während eines Trauerprozesses begleitet. Aus ihren eigenen Einsichten und den Geschichten ihrer Klienten entstand das Neustarter-Übungsprogramm, das auf den neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung basiert. In fünf Stufen führt es in ein neues Leben, ein Zurück gibt es nicht mehr. Von der Bestandsaufnahme bis zum bewussten Abschiednehmen und dem Akzeptieren des Verlustes kann viel Zeit vergehen. Aber nach und nach entdecken Trauernde die schönen Seiten des Lebens wieder und haben auch keine Angst mehr davor, diese zu genießen. Wer mehr über das Selbstheilungsprogramm erfahren möchte, kann mehr darüber lesen:

Christina Rasmussen: Lebe – lache – liebe: Neustart ins Leben nach einem schmerzlichen Verlust. Knaur MensSana, München 2014. 224 Seiten, 16,99 Euro. ISBN: 978-3426657430. Jetzt anschauen und bestellen.


 

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